Masterarbeit:
Festigkeitsanalyse von Knochen [Fortsetzung]
Vergeben
Problem
Durch die Überalterung der Bevölkerung haben
Knochenbrüche verursacht durch Osteoporose massiv zugenommen. 40%
der Frauen und 13% der Männer erleiden in ihrem Leben einen
Knochenbruch verursacht durch Osteoporose. Untersuchungen zu dieser
Krankheit spielen deswegen eine wichtige Rolle in der Medizin-Forschung.
Um ein verbessertes Verständnis des Aufbaus und der Festigkeit von
Knochen zu erlangen, werden oft sehr grosse Computer-Simulationen
basierend auf linearer oder nicht-linearer Elastizitätstheorie
durchgeführt.
Stand des Projekts
Die erwähnten Computer-Simulationen basieren auf linearer oder
nicht-linearer Elastizitätstheorie [1-4] und auf der Finite
Elemente (FE) Methode. Das Rechengebiet ist im gegenwärtigen
Programm aus einer Vielzahl von kleinen Würfeln zusammengesetzt,
siehe Bild links.
Konkret müssen symmetrisch positiv-definite Gleichungssysteme mit
einigen Millionen Freiheitsgraden gelöst werden.
In der Diplomarbeit von U. Mennel [3] wurde ein Programm zur
effizienten Lösung dieser Gleichungssysteme geschrieben, welches
den vorkonditionierten konjugierten Gradienten - Algorithmus
implementiert. Das Programm ist mit Hilfe des Trilinos Frameworks [5]
geschrieben und parallelisiert. Als Vorkonditionierer wurde der
"smoothed aggregation multilevel preconditioner" ML [6] benützt.
Aufgabestellung
In dieser Arbeit soll das erwähnte Programm erweitert werden. Es
hat sich gezeigt, dass die Beschränkung auf würfelförmige
Elemente in gewissen Fällen zu ungenaue Resultate liefert,
z.B. wenn ausser dem Knochen noch weitere Materialien in die Rechnung
einfliessen. (Letztere können z.B. von Materialien herrühren,
die der Arzt zur Behandlung eines Bruchs verwandt hat.)
Das Programm von U. Mennel soll deshalb durch flexible
würfelförmige Elemente erweitert werden. Dies bedeutet, dass
Elemente zwar noch wie Würfel sechs (flache) Seiten mit je vier
Eckpunkten haben, die Seiten müssen aber nicht mehr achsenparallel
sein. Der Programmfluss sollte durch die Änderung der Elemente
nicht beeinflusst werden. Allerdings wird der Matrixaufbau wesentlich
komplizierter sein und länger dauern.
Weiter soll das Programm so ausgebaut werden, dass eine nicht-lineare FE
Analyse durchgeführt werden kann, wie sie insbesondere bei einer
Analyse von Brüchen erforderlich ist [2]. Dazu soll dem iterativen
Löser eine Newton - Iteration aufgesetzt werden.
Die Arbeit wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für
Biomedizinische Technik (Prof. Ralph Müller) durchgeführt.
Literatur
-
ETH Life.
Dem Knochen auf der Spur.
-
M. F. Adams, H. H. Bayraktar, T. M. Keaveny, P. Papadopoulos:
Ultrascalable implicit finite element analyses in solid mechanics
with over a half a billion degrees of freedom.
Supercomputing 2004.
-
U. Mennel:
A multilevel PCG algorithm for the μ-FE analysis
of bone structures. Master thesis. Institute of Computational
Science, ETH Zürich, Mai 2006.
-
P. Arbenz, H. van Lenthe, U. Mennel, R. Müller, M. Sala:
Multi-level μ-Finite Element Analysis for Human Bone
Structures.
June 2006.
Submitted.
-
M.A. Heroux et al.:
An overview of the Trilinos project. ACM
Trans. Math. Softw. 31 (2005) 397-423.
The Trilinos Project Home Page
-
M. Sala, M. Gee, J. Hu, R.S. Tuminaro:
ML 4.0 Smoothed Aggregation User's Guide.
Tech. Report SAND2004-4819, Sandia National Laboratories (2005).
Kontakte
Prof. Dr. Peter Arbenz
Institut für Computational Science
ETH Zentrum CAB G69.3
Tel.: 632 7432
Email: arbenz@inf.ethz.ch
Dr. Marzio Sala
Institut für Computational Science
ETH Zentrum CAB F81
Tel.: 632 8751
Email: masala@inf.ethz.ch
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